viewer

 

 

 

Wir sind ab nun regelmäßig im CHEMIE REPORT mit einer ÖGMBT-Kolumne mit den neuesten Entwicklungen aus der österreichischen Life Science Szene vertreten. Wenn Sie einen interessanten Beitrag dazu leisten wollen, richten Sie Ihre Anfrage bitte an die Geschäftsstelle!

 

 

Aktuelle Budgetlücken beim FWF und Umschichtungen in den EU-Budgets machen der Wissenschafts-Community zu schaffen. Die ÖGMBT setzt sich für eine langfristige Absicherung ein. Das am meisten verknappte Gut in der Wissenschaft sind die Finanzmittel – das ist in Österreich nicht anders als auf EUEbene. Die heimische Forschungs-Community schlägt sich etwa mit der chronischen Unterfinanzierung der Universitäten und des Wissenschaftsfonds FWF herum. „Die Zahl der Anträge an den FWF ist in den vergangenen Jahren erfreulicherweise gestiegen“, berichtet BOKU-Vizerektor und ÖGMBT-Vizepräsident Josef Glößl. Ein über Jahre eingefrorenes Budget führt aber dazu, dass die Quote der abgelehnten Anträge immer weiter ansteigt. Dabei hat die derzeitige Situation sogar ihre guten Seiten: Lange Zeit speiste sich das Budget des wichtigsten heimischen Instruments zur Förderung der Grundlagenforschung aus unterschiedlichen Quellen. Der konkret zur Verfügung stehende Betrag war von Jahr zu Jahr mit Unsicherheiten behaftet. Nun ist das FWF-Budget zwar mittelfristig garantiert, wird aber über die nächsten Jahre konstant gehalten, sodass bei zu erwartender weiterer Steigerung der Zahl an Anträgen die Bewilligungsquote weiter absinken muss. „Das bedeutet, dass auch Projekte, die als exzellent begutachtet sind, abgelehnt werden müssen“, gibt Glößl zu bedenken. Anfang des Jahres hat sich nun eine weitere Budgetlücke aufgetan, die den FWF veranlasst hat,…
Die Synthetische Biologie ist ein noch junges Pflänzchen im Garten der Biowissenschaften.Auch in Österreich regen sich erste Triebe. In den vergangenen Jahren war immer öfter von „Synthetischer Biologie“ zu hören, verschiedene wissenschaftliche Ansätze werden mit dem Begriff in Zusammenhang gebracht. Craig Venter gelang vor einigen Jahren, ein in Komplettsynthese aus chemischen Bausteinen hergestelltes Genom einer Bakterienart in eine DNA-freie Zelle einer anderen Bakterienart zu transferieren. Andere Wissenschaftler versuchen, Zellen auf ein Minimum der unbedingt erforderlichen Systemkomponenten zu reduzieren und in diese bestimmte genetische Schaltkreise (sogenannte Biobricks) einzubauen, um zu gewünschten Funktionen zu kommen. Viel Interesse hat auch der Versuch auf sich gezogen, in Organismen Stoffwechselwege einzubauen, die sie mit ihrer natürlichen Gen-Ausstattung gar nicht beschreiten würden. Die Unschärfe des Begriffs und die unklare Abgrenzung zu dem, was man herkömmlich „Gentechnik“ oder „genetische Modifikation von Organismen“ nennt, haben in der wissenschaftlichen Community verstärkt den Ruf nach einer einheitlichen Definition und standardisierten Methodologie laut werden lassen. In diesem Sinne ist auch der Vorstoß der Europäischen Kommission zu werten, die drei „Scientific Commitees“, die sie zu Fragen der Sicherheit, Gesundheit und Umwelt beraten ( Scientific Committee on Consumer Safety – SCCS; Scientific Committee on Health and Environmental Risks – SCHER; Scientific Committee on…
„Was Hänschen nicht lernt, darüber bildet sich Hans weiter“, könnte man in Abwandlung einesbekannten Sprichworts über den steten Fortbildungsbedarf gerade in den Life Sciences formulieren.Die ÖGMBT-Weiterbildungsbörse gibt einen aktuellen Überblick. Man kennt die Situation: Eine junge Hoffnungsträgerin studiert Biochemie oder Genetik und macht Karriere in der Wissenschaft oder in einem in der Life-Sciences-Branche tätigen Unternehmen. Mit einem Mal findet sie sich als Teamleiterin oder Projektmanagerin wieder und benötigt neben ihrem Fachwissen Fähigkeiten, die sie im Studium nicht gelernt hat. „Wissenschaftlern, die in die Industrie wechseln, fehlt es oft an betriebswirtschaftlichem Wissen, aber auch an Wissen zu Fragen der Teamführung“, meint dazu Andreas Perklitsch, Geschäftsführer des auf Life Sciences fokussierten Personalberatungsunternehmens Mediatum Österreich. Vielfach habe man es heute mit recht heterogen zusammengesetzten Teams zu tun, bei denen auch nicht immer alle an einem Tisch sitzen. „Virtuelles Führen von Menschen an verschiedenen Standorten ist daher ein immer stärker auftretendes Thema.“ So wie das Führen verändere sich aber auch das Lernen selbst, das heute nicht mehr nur aus den traditionellen Seminaren, Trainings und Kursen bestehe. „Es gibt einen Trend zum ‚Embedded Learning‘, das heißt, dass die Information in der Situation abgerufen wird, in der sie benötigt wird“, erklärt Perklitsch. Das kann zum Beispiel…
Die im Rahmen der diesjährigen ÖGMBT-Tagung vergebenen Forschungs- und Dissertationspreisezeigen die enorme Vielfalt und hohe Qualität der heimischen biowissenschaftlichenForschung. Wenn sich organische Chemiker in die Welt der enzymatischen Katalyse wagen, sehen sie dort, was sie gewohnt sind zu sehen: Bindungslängen, Bindungswinkel, Zwischenprodukte, Reaktionsmechanismen. Diesen Weg hat auch Christian Gruber beschritten: Nach einer Ausbildung in Organischer Chemie wechselte er in die Biowissenschaften und forscht heute am Austrian Centre of Industrial Biotechnology (ACIB) an maßgeschneiderten enzymatischen Katalyse-Aktivitäten, die über das in der Natur Vorkommende hinausgehen. Gemeinsam mit seinen Kollegen der von Karl Gruber geleiteten Arbeitsgruppe hat er das sogenannte „Catalophor“-System entwickelt, bei dem in einer Datenbank nach strukturellen Merkmalen von Enzymen gesucht wird, die eine bestimmte katalytische Funktion ermöglichen. Szenenwechsel. Es gibt biologische Makromoleküle, die therapeutisch höchst interessant wären, aber so komplex aufgebaut sind, dass sie produktionstechnisch nur schwer in den Griff zu bekommen sind. IgM-Antikörper, die vor allem am Beginn der Immunantwort eine Rolle spielen, gehören dazu. 21 Polypeptide formen fünf Untereinheiten, die sich zu einem Pentamer zusammenschließen, viele der Polypeptide liegen zudem N-glykolisiert vor. Andreas Loos vom Department für angewandte Genetik und Zellbiologie der BOKU gelang es gemeinsam mit anderen Mitgliedern des Forschungsteams um Herta Steinkellner, rekombinante IgM-Antikörper erstmals in…