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Life Sciences Research Awards Austria

Each year, the ÖGMBT awards prizes to young researchers who have published outstanding scientific research papers in the field of life sciences and biotechnology. The Life Sciences Research Awards Austria are the most prestigious life sciences award a young researcher working in Austria can win.

There are 3 different categories:

  • Basic Science (1 prize à € 3.000.-)
  • Applied Research (1 prize à € 3.000.-)
  • Excellence & Societal Impact (1 prize à € 3.000.-)

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Life Sciences PHD Awards Austria

Each year, the ÖGMBT awards prizes to young researchers who have submitted an outstanding dissertation/PhD thesis in the field of life sciences and biotechnology.

There are two different categories:

  • Basic Science (1 prize à € 1.500.-)
  • Applied Research (1 prize à € 1.500.-)

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Gemeinsam sind wir stärker

Monday, 04 May 2026 09:41

Die ÖGMBT­Jahrestagung findet heuer unter Einbindung der Schwesterorganisationen aus Kroatien, Slowenien und Tschechien statt. Das soll die internationale Sichtbarkeit der regionalen Expertise erhöhen.

Vom 14. bis einschließlich 17. September findet im Biology Building Vienna die heurige Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Molekulare Biowissenschaften und Biotechnologie (ÖGMBT) statt. Und die Vorbereitungen sind in vollem Gang, berichten die ÖGMBT-Vorstandsmitglieder Felix Sternberg und Matthias Steiger, die für die Organisation der Veranstaltung zuständig sind. Sternberg fungiert als Präsident der Tagung, die diesmal unter dem Motto „Stronger together“ steht. Erstmals findet diese als Kombination aus einem „FEMS Regional Meeting“ der Federation of European microbiological Societies (14. bis 15. September) und einem „FEBS3+ Meeting“ der Federation of European Biochemical Societies (15. bis 17. September) statt. Eingebunden sind daher die Schwesterorganisationen der ÖGMBT aus Kroatien, Slowenien und Tschechien. Laut Steiger besteht das Ziel darin, „die internationale Sichtbarkeit der Jahrestagung zu erhöhen und mehr Communities zusammenzubringen. Wissenschaft macht ja nicht an den Staatsgrenzen halt. Wir wollen regional stärker zusammenarbeiten und das durch die internationale Ausrichtung des Treffens zum Ausdruck ringen“. Sternberg zufolge besteht der Vorteil von „FEBS3+ Meetings“ nicht zuletzt darin, dass die FEBS die Teilnahme junger Wissenschaftler finanziell unterstützt, etwa durch die zumindest teilweise Übernahme von Reisekosten. Unterstützung kommt im Übrigen auch von der Universität Wien, die das Biology Building zu ermäßigten Konditionen zur Verfügung stellt. Laut Sternberg trägt die Unterstützung der Universität Wien wesentlich zur Realisierung der Tagung bei. Ohne derartige Hilfeleistungen, nicht zuletzt auch von Sponsoren aus der Wirtschaft sowie seitens der öffentlichen Hand, wären Meetings wissenschaftlicher Gesellschaften schlicht und einfach nicht realisierbar, betonen Sternberg und Steiger unisono. Ein besonderes Highlight der Jahrestagung ist die Verleihung der renommierten Life Sciences Awards Austria 2026.

Attraktiv für die Industrie 
Die ÖGMBT-Jahrestagung wird von der Industrie sehr geschätzt. Sie gilt als ansprechende Möglichkeit, um mit Wissenschaftlern in Kontakt zu kommen. Auch heuer schnürte die ÖGMBT wiederum interessante Angebote für die Wirtschaft. Darunter ist das beliebte Format „Wine and Science“ sowie das Exhibitor Quiz. Besonders attraktiv ist die Teilnahme an der Jahrestagung für Sponsoren heuer, weil diese sowohl auf dem „FEMS Regional Meeting“ als auch auf dem „FEBS3+ Meeting“ vertreten sein können. Beim „FEMS Regional Meeting“ sind sie aktiv in das Programm eingebunden, beispielsweise im „Room of Industry“. Das Ausstellungs-Package beinhaltet auch die Registrierung zu den beiden Veranstaltungen.

Zusammenarbeit gefragt 
Noch gearbeitet wird an den Programmen der beiden Treffen. Steiger zufolge hat das FEMS Regional Meeting einen besonderen Charakter, „weil es nicht nur um wissenschaftliche Inhalte geht, sondern auch um Zusammenarbeit mit der Industrie und den Funding Agencies“. Letzten Endes solle die Veranstaltung erleichtern, in der Folge erforderlichenfalls internationale Konsortien zu bilden. Dies gewinne nicht zuletzt im Rahmen der Forschungsförderung der EU immer mehr an Bedeutung: „Bei einschlägigen Programmen braucht man immer wieder rasch Partner aus mehreren Ländern, die nicht nur aus dem akademischen Bereich kommen dürfen. Wir brauchen daher Vernetzungsmöglichkeiten. Beim FEMS Regional Meeting möchten wir zeigen, wie man in einem ansprechenden Umfeld zusammenkommen und Projekte ausarbeiten kann.“ Daher werde das Meeting wesentlich durch einen gewissen „Workshopcharakter“ geprägt sein. Das Format wird dabei gezielt gemeinsam mit Expertinnen und Experten entwickelt und soll neue Formen der interdisziplinären Zusammenarbeit ermöglichen. Inhaltlich befasst sich das Meeting laut Steiger mit drei Hauptthemen: „Erstens ist das die Biotechnologie, zweitens die Medizinische Mikrobiologie, beispielsweise mit den Implikationen, die aus der Mikrobiomforschung kommen. Zu diesem Bereich gehört natürlich auch das große Thema der Antibiotikaresistenzen. Drittens geht es um Environmental Innovations, also die Umweltmikrobiologie: Welchen Einfluss hat der Klimawandel auf Mikroorganismen im Boden, im Meer, in Gewässern? Abgedeckt wird laut Steiger eigentlich das gesamte Spektrum der Mikrobiologie, aber eben bezogen auf die drei genannten Säulen“. Potenzielle „Speaker“ aus der Region haben bereits ihr Interesse bekundet. Die fixen Zusagen werden Steiger zufolge in absehbarer Zeit erwartet.

„Klassischer“ ausgerichtet
Stärker in „klassischer“ Weise auf die Wissenschaft fokussiert ist das „FEBS3+ Meeting“, berichtet Sternberg. Dieses verfolgt einen „Bottom-up-Ansatz“, in dessen Rahmen im Vorfeld der Tagung allfällige besondere Interessen der „Community“ ausgelotet werden. Als diesjährige Schwerpunkte wurden Künstliche Intelligenz und Ageing festgelegt. Auch einige Vortragende stehen bereits fest, nämlich die Wittgensteinpreisträgerin des Jahres 2022, Christa Schleper, die durch ihre Arbeiten mit Urbakterien (Archaeen) Bekanntheit erlangte, die US-amerikanische Biochemikerin Judith Frydman vom Department of Biology der Stanford University, die sich unter anderem mit der Erforschung der Parkinson-Krankheit beschäftigt, der israelische Mikrobiomforscher Omry Koren von der Bar-Ilan University in Ramat Gan sowie der Zellbiologe Guido Kroemer von der Descartes-Universität in Paris, der sich auch als Ageing-Forscher einen Namen gemacht hat. Organisatorisch gesehen, wird das Meeting laut Sternberg „schlanker“ gehalten. Es gibt mehr und längere Pausen. Das war eines der wichtigsten Anliegen der Community. Die Leute wollen mehr Möglichkeit zum Austausch“. Ein zentrales Element der diesjährigen Tagung ist zudem die bewusste Verzahnung der beiden Meetings: Am zweiten Tag treffen die Communities gezielt aufeinander, unter anderem im Rahmen einer gemeinsamen Plenary, um den wissenschaftlichen Austausch weiter stärken. In die Jahrestagung eingebunden ist auch die Jungforscherorganisation der ÖGMBT, die YLSA (Young Life Scientists Austria). Hinsichtlich ihres Beitrags läuft Sternberg zufolge die Ideensammlung: „Voraussichtlich wird es einen oder zwei YLSA-Events geben.“ Insgesamt soll die Jahrestagung damit ein klares Signal für stärkere Vernetzung und Zusammenarbeit innerhalb der Life Sciences in Europa setzen, so Sternberg.

Chancen für den Nachwuchs 
Großen Wert legt die ÖGMBT wie immer auf die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Für Bachelor- und Master Studierende, die Mitglieder der ÖGMBT sind, ist die Registrierung kostenfrei. Dies erleichtert ihnen, mit der etablierten Community in Verbindung zu kommen und – möglicherweise erstmals – „Konferenzluft“ zu schnuppern. PHD-Studierende wiederum profitieren von reduzierten Fees. Darüber hinaus bietet die ÖGMBT wie gewohnt Reisekostenzuschüsse für ihre eigenen jungen Mitglieder. Dies betrifft Kosten, die nicht vom jeweiligen Arbeit geber oder anderen Stellen übernommen 
werden können.

oegmbt.at/events/annual-meeting

Published in Chemiereport 02/2026

Weltweite Vernetzung

Monday, 16 March 2026 08:43

Die Mitgliedschaft der ÖGMBT in der International Union of Biochemistry and Molecular Biology (IUBMB) bietet eine breite Palette an Vorteilen –  nicht zuletzt für den wissen­schaftlichen Nachwuchs.

Letzten Endes war die Entscheidung für die weltweite Vernetzung klar: Mit großer Mehrheit stimmten die Mitglieder der Österreichischen Gesellschaft für Molekulare Biowissenschaften und Biotechnologie (ÖGMBT) bei ihrer jüngsten Jahrestagung dafür, der International Union of Biochemistry and Molecular Biology (IUBMB) beizutreten. Die 1955 gegründete Organisation mit Sitz in Amsterdam in den Niederlanden ist eine der wichtigsten internationalen Gesellschaften im Bereich Biowissenschaften und Biotechnologie. Zurzeit gehören ihr Einrichtungen aus etwa 80 Ländern in Europa, Afrika, Amerika und Asien an. Zu ihren wichtigsten Aufgaben zählt die Förderung einschlägiger Forschung und Aus- sowie Weiterbildung. Ausdrücklich betont die IUBMB auf ihrer Website ihr Anliegen, den wissenschaftlichen Nachwuchs in Weltgegenden wie Afrika zu unterstützen, „wo biomolekulare Wissenschaften weniger gut entwickelt sind“. Geleitet wird die IUBMB von bestens ausgewiesenen Fachleuten: Als Präsident fungiert noch bis zum kommenden Jahr der Franzose Dario Alessi von der Universität Dundee in Schottland, der das Medical Research Council (MRC) der britischen Regierung leitet. Seine designierte Nachfolgerin Sandhya Visweswariah ist Professorin am Indian Institute of Science in Bangalore und präsidierte zuvor unter anderem dem Department of Developmental Biology and Genetics der Indischen Akademie der Wissenschaften. Alessis Vorgängerin Alexandra Newton von der Universität San Diego im US-amerikanischen Bundesstaat Kalifornien wiederum gilt als eine der weltweit führenden Spezialistinnen für Proteinkinasen. Generalsekretär der IUBMB ist – ebenfalls noch bis 2027 – als erster Afrikaner Mohamed Iqbal Parker, einer der Gründer der Academy of Science of South Africa  (ASSAf).

Deutlicher „Added Value“
Delegierter der ÖGMBT bei der IUBMB ist Ludger Hengst vom Institut für Medizinische Biochemie der Medizinischen Universität Innsbruck. Ihm zufolge war Österreich lange Zeit ein „weißer Fleck“ auf der „Europa-Landkarte“ der IUBMB. Immer hin: Seit Frühjahr 2025 liefen im Vorstand der ÖGMBT, dem Hengst angehört, intensive Diskussionen über den Beitritt. Dem vergleichsweise bescheidenen Mitgliedsbeitrag von etwa 3.000 Euro pro Jahr steht Hengst zufolge eine Reihe von Vorteilen gegenüber. Beispielsweise finanziert die IUBMB eine breite Palette an Fellowships und Stipendien für junge Wissenschaftler und unterstützt sogenannte „fokussierte Meetings“ zu Spezialthemen, die bis zu drei Mal pro Jahr stattfinden. Durch den Beitritt zur IUBMB sind nun alle Mitglieder der ÖGMBT berechtigt, Förderanträge in den unterschiedlichsten Formaten bei der IUBMB einzureichen. Alle drei Jahre veranstaltet die IUBMB überdies ihren International Congress of Biochemistry and Molecular Biology. Für Jungwissenschaftler stellt sie „travel awards“ sowie ein dreitägiges Vorprogramm (Young Scientists Program, YSP) zur Verfügung. „Das ist schon ein deutlicher ‚Added Value‘ für die Mitglieder der ÖGMBT. Es deckt sich auch sehr gut mit unseren Bestrebungen zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses, dem wir attraktive Perspektiven eröffnen und internationale Vernetzungen ermöglichen möchten“, konstatiert Hengst. Nachsatz: Hilfreich sei die Unterstützung durch die IUBMB umso mehr in Zeiten knapper öffentlicher Budgets: „Wenn man beispielsweise ein fokussiertes Meeting zur Tumorimmunologie abhalten möchte und es über ein IUBMB-Programm co-finanziert bekommt, ist das natürlich eine große Erleichterung. Und es hilft, die österreichische Forschung international sichtbar zu machen, was immer mehr an Bedeutung gewinnt.“ Ferner besteht die Möglichkeit, die Teilnahme renommierter Fachleute aus dem Ausland an Kongressen finanzieren zu lassen. „Das wollen wir bei den kommenden ÖGMBT-Jahrestagungen nutzen“, berichtet Hengst.

„Trainee Initiative“ für Jungforscher 
Eigens für Jungwissenschaftler etablierte die IUBMB vor vier Jahren ihre „Trainee Initiative“, berichtet Sophie Strich, Doktorandin an der Medizinischen Universität Innsbruck und dem Tiroler Krebsforschungsinstitut (TKFI). Sie ist im sogenannten „IUBMB Trainee Initiative Leadership Committee (FEBS Region)“ tätig. Strich zufolge handelt es sich dabei um eine Unterorganisation, „die von PhD-Studenten für PhD-Studenten aufgebaut wurde. In der Europa-Sektion organisieren wir unter anderem Webinare, die etwa alle zwei Monate stattfinden. Derzeit läuft eine Reihe zu Karrierewegen außerhalb des wissenschaftlichen Bereichs“. Überdies arbeitet Strich beim Newsletter der Trainee Initiative mit, in dessen Rahmen Mitglieder sich und ihre Arbeit präsentieren können: „Ich habe neulich mit Kollegen aus Uganda und aus Malaysia gesprochen. Es ist sehr interessant zu erfahren, mit welchen Problemen diese konfrontiert sind und wie die Forschung in anderen Ländern funktioniert.“ Als Mitglied der YLSA, der „Nachwuchsorganisation“ der ÖGMBT, organisiert Strich ferner einen Workshop der IUBMB bei der Life Sciences Career Fair der ÖGMBT am 13. Mai an der Hochschule Campus Wien. Der Schwerpunkt liegt ihr zufolge auf den Unterschieden bei Bewerbungen im akademischen sowie im nicht-akademischen Bereich. Nicht zuletzt war es übrigens Strich, die den Beitritt der ÖGMBT zur IUBMB mitinitiierte: Sie arbeitete 2024 für ein halbes Jahr im Labor der damaligen IUBMB-Präsidentin Alexandra Newton in San Diego: „Eines Tages hat mich Frau Newton gefragt, ob ich nicht Interesse hätte, mit anderen jungen Wissenschaftlern zusammenzuarbeiten. Auf diese Weise bin ich zur IUBMB gekommen, und ich empfinde diese Erfahrung als sehr bereichernd, sowohl wissenschaftlich als auch persönlich.“ Finanziert werden die Aktivitäten der IUBMB zu einem erheblichen Teil über die Erträge der von ihr herausgegebenen Fachzeitschriften. Dazu gehören etwa die „Trends in Biochemical Sciences“ (TiBS), die auf rund 100.000 Leser verweisen kann, die „Applied Biochemistry“, die primär die Ergebnisse wissenschaftlicher Arbeiten veröffentlicht, sowie die auf Lehre und Ausbildung ausgerichtete „Biochemistry and Molecular Biology Education“. Zwecks internationaler Vernetzung kooperiert die IUBMB eng mit der Federation of Asian and Oceanian Biochemists and Molecular Biologists (FAOBMB), der Pan-American Association for Biochemistry and Molecular Biology (PABMB), der Federation of African Societies of Biochemistry and Molecular Biology (FASBMB) und nicht zuletzt mit der Federation of European Biochemical Societies (FEBS), der auch die ÖGMBT angehört. Auf den Kongressen dieser Einrichtungen ist die IUBMB üblicherweise mit eigenen „Plenary Lectures“ vertreten.

„Internationalisierte“ Jahrestagung 
Abseits ihrer Aktivitäten in der IUBMB legt die ÖGMBT heuer einen speziellen Fokus auf internationale Zusammenarbeit. Dies zeigt sich auch im Zuge der Jahrestagung Mitte September. Sie wird heuer erstmals zum FEMS Regional Meeting (14. bis 15. September) sowie zum FEB3+ Meeting (15. bis 17. September) erweitert. Unter dem Motto „Life Sciences – Stronger Together!“ beteiligen sich daran wissenschaftliche Gesellschaften aus Slowenien, Kroatien und Tschechien.

iubmb.org
oegmbt.at/about/internationales

Published in Chemiereport 01/2026

CliniSciences

Thursday, 05 February 2026 11:39

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Thursday, 05 February 2026 11:39

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Thursday, 05 February 2026 11:39

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Die diesjährige ÖGMBT-Jahrestagung in Innsbruck konnte mit herausragenden Plenarvorträgen und einer großen Breite an behandelten Themenpunkten. Auch für emeinschaftsbildende Maßnahmen war gesorgt.

Die Rolle von Mitochondrien für den Energiehaushalt eukaryotischer Zellen (das Fachgebiet wird auch „Bioenergetik“ genannt) ist ein wissenschaftlicher Dauerbrenner, zu dem seit Jahrzehnten interessante Forschung stattfindet. Dennoch gibt es manchmal Perioden, in denen besonders viele Publikationen zu dieser Thematik erscheinen. Dazu trägt derzeit auch Anne Simonsen vom Oslo University Hospital in Norwegen bei, die eine der Plenarvortragenden auf der diesjährigen ÖGMBT-Jahrestagung war. Ihre Forschungsgruppe hat mehrere Proteine entdeckt, die mit der Mitophagie (also dem gezielten Abbau mitochondrialer Strukturen, der durch Reize wie Sauerstoffmangel ausgelöst wird) in zusammenhang stehen.
„Das ist ein höchst aktuelles Forschungsgebiet“, sagt Johanna Gostner im Gespräch mit dem Chemiereport. Gostner führte gemeinsam mit Lukas Huber und Ludger Hengst den wissenschaftlichen Vorsitz der Tagung und hat sich über die hohe Qualität der Plenarvorträge gefreut: „Das Scientific Committee hat hier gute Arbeit geleistet.“ Zahlreiche Vortragende zeigten ein feines Gespür für die fachliche Vielfalt des Auditoriums und wählten eine Sprache, die auch über die Grenzen des eigenen Spezialgebiets hinaus verständlich blieb. Gleichwohl gelang es ihnen, aus dieser breiten Einführung heraus nahtlos in die spezifischen Aspekte ihrer Forschung überzuleiten.


Bekannte Signalwege, unbekannte Proteine
Das galt auch für die Präsentation von Georg Kustatscher. Den Südtiroler Wissenschaftler hat es nach dem Studium der Molekularbiologie in Salzburg und einer Dissertation am EMBL in Heidelberg an die University of Edinburgh geführt. In seinem Vortrag warnte Kustatscher vor einem „Streetlight effect“ in der Proteinforschung: Eine Reihe von bereits bekannten Proteinen werde immer genauer studiert, während viele andere gleichsam unterbelichtet bleiben. In Edinburgh arbeitet man dagegen an einer Methodik, durch Covariation der Expression von Proteinen (d.h. welches Protein mit unbekannter Funktion schwankt in der erzeugten Menge parallel zu einem mit bekannter Funktion) einer großen Zahl von Molekülen eine physiologische Rolle zuzuordnen (zu „annotieren“). „Es ist wichtig aufzuzeigen, dass das Proteom lange nicht so gut erforscht ist, wie man glaubt. Da gibt es für junge Forschende noch viele Möglichkeiten“, ist Gostners Einschätzung. Dass Veronika Sexl, Rektorin der Universität Innsbruck, sehr nahe am Puls der aktuellen Forschung ist, bewies sie durch ihren Eröffnungsvortrag über die Rolle des JAK/STAT-Signalwegs bei der Entstehung von Leukämien. Peter Murray vom Max-Planck-Institut für Biochemie übernahm die abschließende vierte „Plenary Lecture“ am Freitagnachmittag. Ihm gelang ein prägnanter historischer Abriss der Forschung zum Immunmetabolismus – also jener Prozesse, bei denen Stoffwechselprodukte von Immunzellen wichtige Signalwege steuern –, zu dem auch Innsbrucker Wissenschaftler maßgeblich beigetragen haben. Anschließend präsentierte er eigene, hochaktuelle Ergebnisse zum selektiven Abbau bestimmter Aminosäuren.


Toxikologie als Querschnittsmaterie
Zum zweiten Mal (und nach pandemischen Jahren zum ersten Mal in physischer Präsenz) wurde bei der Jahrestagung eine Session in Kooperation mit der Austrian Society for Toxicology (ASTOX) organisiert, in der auch Gostner engagiert ist. Als eingeladenen Gastredner konnte man hier Philip Marx-Stölting vom BfR (Bundesinstitut für Risikobewertung) in Deutschland gewinnen. Marx-Stölting koordiniert das „European Partnership for the Assessment of Risks from Chemicals“ (PARC), das sich darum bemüht, die Entwicklung von alternativen Ansätzen zur Chemikalienbewertung voranzutreiben. Eine Schlüsselrolle spielen dabei in-silico- und in-vitro-Methoden, deren Weiterentwicklung eng mit den regulatorischen Anforderungen verzahnt werden sollte. „Gerade jetzt könnte die Toxikologie ein für viele junge Forschende interessantes Arbeitsgebiet sein“, meint Gostner. Es sei an der Schnittstelle zwischen akademischer Forschung, Behörden und Unternehmen angesiedelt, benötige aber doch detaillierte Kenntnisse der beteiligten Signalwege – oft über das eigene Kerngebiet hinaus. Auch umgekehrt gilt: „In der Hydro- und Ökotoxikologie arbeitet man etwa mit Modellorganismen wie Daphnia, dem Wasserfloh – ein Organismus der vielen aus dem Studium nicht (mehr) geläufig ist“, erklärt Gostner.

Die Life Sciences als große Familie
Neben der wissenschaftlichen Horizonterweiterung erfüllt die ÖGMBT-Jahrestagung auch eine wichtige Community-Funktion. „Man hat gemerkt, dass nach den Einschränkungen der Corona-Jahre Bedarf an direkter Interaktion von Mensch zu Mensch besteht“, ist Gostners Eindruck, „das kann keine digitale Maßnahme ersetzen.“ Neben dem von ausstellenden Firmen ausgerichteten Abend „Wine & Science“ im Anschluss an die Verleihung der Austrian Life Science Awards (wir berichteten in der letzten Ausgabe) hatte man dazu vor allem beim Get-together im Wirtshaus Nattererboden Gelegenheit. Während des Meetings wurde auch ein Familienzimmer bereitgestellt, in dem man sich mit Kindern aufhalten konnte. „Für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit Betreuungspflichten kann so ein Angebot die Hemmschwelle senken, an Veranstaltungen teilzunehmen. Für künftige Jahrestagungen  wäre es wünschenswert, dass man das Angebot auch um eine aktive Kinderbetreuung erweitert.“ Die YLSA (Young Life Scientists Austria) organisierte im Rahmen der diesjährigen Tagung ein Spiel, bei dem Studenten Kärtchen von etablierten Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen einsammeln sollten, um das Vernetzen und Kennenlernen ein wenig zu erleichtern.Bild: Dibiasi Momente39 AustrianLifeScienceschemiereport.at 2025.8LIFE SCIENCES„Für mich war die Jahrestagung auch eine Gelegenheit, die Menschen am eigenen Campus (noch) besser kennenzulernen. Die Zusammenarbeit in den Biowissenschaften ist auch über Uni-Grenzen hinweg sehr produktiv, es war eine schöne Erfahrung“, ist Gostner persönliches Resümee.

Published in Chemiereport 08/2025

Final Weeks to Apply for the ISTA PhD Program

Wednesday, 10 December 2025 10:23

Your next research step starts here. 

Apply to the ISTA PhD Program.

The application deadline is January 8, 2026 (15:00 CET)

With the deadline approaching, now is a good time to review the application form and see what you will need to prepare.

We have also put together short application tips to support you during the process:

 

About the Program

The Institute of Science and Technology Austria (ISTA) is now accepting applications for fully funded PhD positions starting in September 2026.

Our interdisciplinary PhD program offers research opportunities across:
Astronomy • Biology • Chemistry & Materials • Computer Science • Data Science & Scientific Computing • Earth Science • Mathematics • Neuroscience • Physics

Students with a Bachelor’s or Master’s degree in a relevant field are encouraged to apply. 

ISTA provides internationally competitive salaries, full health insurance, cutting-edge scientific training, state-of-the-art facilities, and a dynamic, international community where all research is in English.

 

Befruchtende Forschung

Thursday, 13 November 2025 07:49

Die ÖGMBT vergab im Rahmen ihrer Jahrestagung Forschungs- und Dissertationspreise, die deutlich zeigen, welche Qualität die heimische Biowissenschaft auf weisen kann. Die thematische Palette reichte von der Befruchtung einer Eizelle über die Verarbeitung von Synthesegas bis zu CAR-T-Zellen.

Bei allen Lebewesen mit sexueller Fortpflanzung ist die Verschmelzung von Ei- und Samenzelle der entscheidende Schritt zu Entstehung eines genetisch neuen Organismus. Der Vorgang ist lange bekannt und unzählige Male im Mikroskop beobachtet worden. Betrachtet man die zugehörigen Mechanismen auf molekularer Ebene, sind jedoch noch viele Fragen offen. Einen wichtige Puzzlestein haben Victoria Deneke und das Team von Andrea Pauli am Institut für Molekulare Pathologie (IMP) in Wien hinzugefügt, wofür die Erstautorin mit dem Life Sciences Research Award in der Kategorie „Grundlagenforschung“ prämiert wurde. Sie entdeckten ein Trimer aus den in Spermien exprimierten Proteinen Izumo1, Spaca6, and Tmem81, das sowohl in Zebrafischen als auch beim Menschen an Proteine bindet, die an der Oberfläche von Eizellen ausgeprägt werden. Interessant war aber auch der Weg zu dieser Entdeckung: Das Team um Deneke führte als ersten Schritt ein In-silico-Screening mithilfe von AlphaFold durch. Dieses Werkzeug benützt tiefe neuronale Netze dazu, die dreidimensionale Proteinstruktur auf der Basis der Aminosäuresequenz vorhersagen (die Entwicklung wurde 2024 mit dem Nobelpreis für Chemie ausgezeichnet). Wenn das möglich ist, kann man darauf aufbauend auch schauen, welche Strukturen verschiedener Proteine zueinanderpassen wie der sprichwörtliche Schlüssel ins Schloss. Genau ein solches „Multimer-Screening“ führze die Gruppe mit bekannten essentiellen Faktoren der Kopplung an Eizellen „gegen“ eine Bibliothek von 1.400 Proteinen, die in den Hoden von Zebrafischen exprimiert werden, durch. Dabei kam als bisher neues Fundstück heraus: Der Faktor Izumo1 bindet an Tmem81, von dem man bisher nicht wusste, dass es am Fertilisationsprozess teilnimmt. Weitere Untersuchungen führten zum eingangs genannten Trimer, von dem schließlich auch experimentell nachgewiesen werden konnte, dass es an Proteinstrukturen der Eizelle bindet – wenn auch bei Zebrafisch und Mensch an unterschiedliche. Dass in der Studie ein KI-basiertes System verwendet wurde und im Anschluss die experimentelle Bestätigung der Vorhersagen demonstriert werden konnte, fand in der Begründung der Jury besondere Erwähnung.

Bakterien verarbeiten Synthesegase
Die mit dem Preis für angewandte Forschung ausgezeichnete Arbeit ging von einer ganz praktischen Fragestellung aus: Ist es möglich, Synthesegas (eine durch industrielle Prozesse gewonnene Mischung aus H2, CO und CO 2 ) mithilfe von Mikroorganismen zu energiereichen Chemikalien zu verarbeiten. Gute Kandidaten dafür wären etwa das acetogene (also Essigsäure produzierende) Bakterium Thermoanaerobacter kivui – wenn das Kohlenmonoxid im Gemisch nicht toxisch für wichtige Enzyme des Metabolismus wäre. Eine Forschergruppe rund um Remi Hocq vom Institut für Verfahrenstechnik, Umwelttechnik und technische Biowissenschaften der TU Wien hat verschiedene Stämme gezielt auf Synthesegas gezüchtet und Isolate gewonnen, die besonders gut mit CO umgehen können. Dabei zeigte sich, dass dies mit der Ausbildung eines Megatransposons verknüpft ist: Eine Reihe von Genen wurde verdoppelt und in ein zirkuläres extrachromosomales Element verfrachtet, was diese Gene mobilisiert und Eigenschaften nutzbar macht, die für die Verarbeitung von CO essentiell sind. „Diese neuen Erkenntnisse können nun genutzt werden, um Mikroorganismen zu entwickeln, die Kohlenmonoxid in ssigsäure und andere wertvolle Produkte umwandeln können“, so die Jury in ihrer Begründung.

Zelltherapie systematisch verbessern
Gesellschaftlicher Nutzen wird in der dritten Kategorie der Life Sciences Research Awards gewürdigt – besonders gerne dann, wenn er da gestiftet wird, wo bisherige herapieoptionen versagen. Die CAR-T-Zelltherapie, bei der patienteneigene Immunzellen genetisch so verändert werden, dass sie spezifische Antigene auf Krebszellen attackieren können, hat in jüngerer Zeit vielversprechende Ergebnisse bei Leukämien gezeigt, leidet aber immer noch unter bescheidenen Remissionsraten, häufigen Rückfälle und einer geringen Wirksamkeit bei soliden Tumoren. Eugenia Pankevich aus der Gruppe von Christoph Bock am CeMM (Research Center for Molecular Medicine der ÖAW) ging die Aufgabe der Optimierung von CAR-T-Zellen denkbar systematisch an: Sie führte ein genomweites CRISPR-Screening durch (die Genschere wird hier verwendet, um ein Gen nach dem anderen auszuschalten) und konzentriertere sich auf Folgewirkungen, die Zellvermehrung, Target-Erkennung, Aktivierung, Zelltod und Fratrizid (“Brudermord“ unter T-Zellen) betrafen. Die vielversprechendsten „Screening Hits“ wurden an einem Xenograft-Modell für humane Leukämie getestet. „Die bemerkenswerteste Entdeckung war eine Double-Knockout-CAR-T-Zelle, die in präklinischen Modellen sowohl bei Leukämie als auch bei soliden Tumoren eine starke Wirksamkeit zeigte“, meint die Jury. Alle drei prämierten Arbeiten sind in höchst renommierten Zeitschriften erschienen – ein weiterer deutlicher Hinweis auf die Qualität der biowissenschaftlichen Forschung in Österreich: Deneke publizierte in Cell, Penkevich in Nature, die Arbeit von Hocq erschien in Nature Communications. 

Von Fledermäusen und Menschen
Qualität und wissenschaftlichen Einfallsreichtum weisen auch die ausgezeichneten Doktorarbeiten auf. Yannick Weyer dissertierte am Institut für Zellbiologie der Medizinischen Universität Innsbruck und beschäftigte sich dort mit den Mechanismen, die der Golgi-Apparat (ein System membranumschlossener flacher Hohlräume in eukaryotischen Zellen) enutzt, um Proteine zum Zwecke der Qualitätssicherung auszusortieren. Er fand, dass ein Komplex des Apparats (der Dsc Ubiquitin-Ligase-Komplex) Moleküle mit zu kurz geratenen Transmembran-Domänen markiert, um sie auf verschiedenen Wegen abbauen zu lassen. Dafür erhielt er den PhD-Award für Grundlagenforschung. In der "Angewandten“ punktete Max Josef Kellner, der sich am Institut für Molekulare Biotechnologie (IMBA) in Wien damit befasst hat, wie man sich auf künftige Pandemien durch schnelle Virus-Identifikation vorbereiten könnte. Denn wenn wieder ein RNA-Virus von einer Tierpopulation auf die menschliche überspringt, ist nicht viel Zeit, um Methoden zu entwickeln. Kellner baute eine Detektionsplattform auf der Basis der „Loop-Mediated Isothermal Amplification“ (LAMP), für die man keine Laborinfrastruktur benötigt. Und er etablierte ein Organoid-Modell für Schleimhaut-Barrieregewerbe der Nilflughunde – einer Fledermaus-Art, die ein natürliches Reservoir zoonotischer Viren darstellt. Mit diesem Modell lassen sich direkte Vergleiche der antiviralen Antwort zwischen den Epithelzellen von Fledermäusen und Menschen anstellen.

Published in Chemiereport 07/2025

www.oegmbt.at/awards

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